Nr. 2 - Mai 2000

Liebe Freunde, liebe Freundinnen!

Europa ist ein Missionsfeld. Ich wage zu behaupten, dass dieses Konzept uns allen vertraut ist. In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein dieser Tatsache zunehmend verschärft. Nehmen Sie z.B. die Betonung der inneren Mission anläßlich der Millenniumfeiern der Gründung mehrerer europäischer Kirchen. Oder die Reflexion über das Wesen der missionarischen Berufung der Kirchen, die vor kurzem in der Konferenz Europäischer Kirchen stattgefunden hat. Und denken Sie daran, wie oft Papst Johannes Paul II. die Notwendigkeit einer Neuevangelisation des Kontinents hervorgehoben hat, und wie ernsthaft Kirchen und Einzelne in den ehemaligen sozialistischen Ländern versucht haben, mit einem öffentlichen christlichen Zeugnis "die Lücke zu füllen". Und vergessen Sie auch nicht die große Zahl evangelistischer Einrichtungen und Missionswerke, die sich in ihrer Arbeit auf bestimmte Länder oder Bevölkerungsgruppen konzentrieren.

Ja, Europa ist ein Missionsfeld. Ich selbst bin mir im Laufe der Jahre, die ich wieder hier lebe, zunehmend bewußt geworden, wie notwendig eine Neubegegnung zwischen dem Evangelium von der Liebe Gottes in Christus und den Völkern und Kulturen Europas ist. Ich gehörte zu denen, die die Schultern zuckten, wenn sie an riesigen Kirchengebäuden vorbeigingen, die in Lagerhäuser oder Bürogebäude umfunktioniert worden waren. War das nicht unvermeidlich (und vielleicht sogar wünschenswert) in einer "mündig gewordenen" Gesellschaft? Schließlich hatten solche großartigen Bauten nicht sehr viel gemein mit der lebendigen Gemeinschaft der Jünger und Jüngerinnen Christi. Es mussten andere Möglichkeiten gefunden werden, um den Glauben an den Gott Jesu Christi zum Ausdruck zu bringen.

Und das ist noch nicht alles. Als ich in Lateinamerika lebte, habe ich die europäische Außenpolitik, die sich der Einmischungspolitik der Vereinigten Staaten entgegenstellte, vorbehaltlos bewundert. Ich wusste, dass die Christen in Europa - selbst dort, wo sie in Minderheitspositionen waren - eine Schlüsselrolle dabei gespielt hatten, dass dieser Region Respekt und Solidarität entgegengebracht wurden, und ich war begeistert von der Vorstellung, dass ein wenig Hefe für einen ganzen Laib ausreicht.

Aber ich habe meine Meinung geändert. Es ist zwar immer wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Verkündigung des Gottesreiches "aus der Schwachheit" geschehen muss, doch scheint mir, dass Tiefe und Ausmaß der spirituellen Verarmung in Europa nach einer Verhaltensänderung rufen, wie das genannt wird. Inwieweit, so frage ich mich heute, sind das fehlende Mitgefühl mit denen, die Leid tragen, und die Selbstgefälligkeit in Europa eine Art Akkulturation des Glaubens an den Individualismus und die soziale Gleichgültigkeit der uns umgebenden Gesellschaft? Ist es nicht an der Zeit, auch in Europa die Hoffnung zu erneuern, die in der Geschichte von der Gnade Gottes wurzelt? Ist nicht der Moment gekommen, wo wir von neuem die Gewissheit zum Ausdruck bringen müssen, dass sich diese Geschichte in die Vorstellungen und Wünsche der Menschen in Europa "übertragen" lässt?

Zentrales Thema der vorliegenden Ausgabe des Ökumenischen Briefes über Evangelisation sind die Herausforderungen und Möglichkeiten der Mission als Evangelisation im modernen Europa. Dazu werden nicht etwa Lektionen erteilt, sondern Beispiele dafür vorgestellt, wie Menschen heute die frohe Heilsbotschaft auf originelle und sehr persönliche Weise mit anderen teilen. Zusammen genommen vermitteln diese kurzen Texte einen Einblick in die Motivationen und die Ressourcen der Evangelisation in Europa und können vielleicht Anregung und Herausforderung für Bemühungen um spirituelle Erneuerung anderswo in der Welt sein. Lesen Sie also weiter und bitte, teilen Sie uns Ihre Kommentare und Reaktionen mit.

Darf ich Sie auch wieder auf die Leserbriefe aufmerksam machen, die uns in den letzten Wochen erreicht haben. Ich denke, Sie stimmen mir zu, dass der Abdruck dieser Briefe eine Bereicherung unseres Gesprächs darstellt.

Ich schließe mit dem Wunsch, dass Gott Sie mit Freude und mit Kraft für Ihr Leben und Ihr Zeugnis segnen möge.

Paz y bien

Pfrin. Ana Langerak
Referentin für Mission und Evangelisation


SAGTEN SIE EVANGELISATION?

Der folgende Bericht wurde von Pastor Georges Quenon von der Vereinigten Protestantischen Kirche von Belgien eingesandt. Im Nachrichtenblatt dieser Kirche war mir eine kurze Meldung über das evangelistische Zeugnis einer Reihe von Gemeinden im Raum Lüttich aufgefallen, und ich fragte mich, wie kommen "Minderheitskirchen" in einem säkularisierten und pluralistischen Land wie Belgien dazu, eine Evangelisierungskampagne zu starten? Ich bat Pastor Quenon, einen der Verantwortlichen dieser Kampagne, uns mehr darüber zu schreiben.

Wagen wir es denn heute überhaupt noch, von Evangelisation zu sprechen? Als Christen, die in einer säkularen und pluralistischen Gesellschaft leben, setzen wir diesen Begriff eher mit Proselytismus gleich und denken an veraltete Methoden, die in unserer Gesellschaft nicht mehr ankommen. Schließlich versteht sich unsere Gesellschaft - zu Recht - als offen für interreligiösen Dialog, Pluralismus und die Respektierung der Überzeugungen anderer. Aber dürfen die Kirchen deshalb auf ihre Berufung, "alle Völker zu Jüngern zu machen", wie es Christus gewollt hat, verzichten? Einige sind der Meinung, dass man mit jeglicher Form von Proselytismus, selbst der "sanftesten", aufhören und die Menschen selbst ihren Weg finden lassen solle. Die Wahrheit sei schliesslich nicht das Privileg einer einzigen Gruppe oder eines einzigen Glaubens. Die Wahrheit sei plural und im Übrigen sollte man lieber im Plural von Wahrheiten sprechen. Andere glauben nach wie vor an den einzigartigen Missionsauftrag Christi und daran, dass er gekommen ist, uns das Heil zu bringen. Für sie muss die Kirche nach den Worten Christi "das Salz der Erde und das Licht der Welt" sein (Matthäus 5, 13-16).

Wenn es mir auch unabdingbar erscheint, dass wir in unserem Apostolat am Aspekt des Zeugnisses festhalten, so können wir es doch nicht mehr wie vorher praktizieren, denn unsere Gesellschaft hat sich stark verändert. Heute müssen wir auf die Menschen zugehen, und zwar da, wo sie sich befinden, wir müssen sie auf ihrem Weg begleiten und auf diese Weise das Evangelium "in unserem Alltag" verkörpern. Dabei dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass das Evangelium uns herausfordert und uns Entscheidungen abverlangt. In diesem Sinne haben wir im Raum Lüttich eine Sensibilisierungskampagne für das Evangelium durchgeführt.

Sieben Monate lang haben Mitglieder der verschiedenen evangelischen Kirchen in Städten und Dörfern der Provinz 300 000 "Lektüre-Pakete" ausgeteilt, die das Evangelium enthielten, ein illustriertes Magazin mit lebensnahen Zeugnissen, einen Bibel-Fernkurs sowie eine Antwortkarte mit mehreren Gratisangeboten: darunter eine Videokassette, Bücher.

Neben der Tatsache, dass gut Tausend Antworten eingegangen sind, haben wir aufschlussreiche Informationen darüber erhalten, was eine solche Mission in das Leben der Kirche einbringen kann, insbesondere auf den folgenden Gebieten:

Wachsende Einheit unter den verschiedenen Kirchen
Die Organisation einer solchen Kampagne hat uns um ein Projekt gesammelt, das auf andere bezogen ist und nicht mehr auf uns und unsere Eigenheiten, die so häufig zu Konflikten führen. Wenn die Kirche ihre missionarische Bedeutung wiederentdeckt, dann wird sie umso aufmerksamer für das, was der Einheit dient und was den Kern ihrer Botschaft ausmacht.

Diese Kampagne hat uns alle zum Dialog zurückgeführt - einem Dialog, der uns bewusst gemacht hat, dass wir einander jahrelang falsch verstanden haben, Urteile über einander gefällt und Vorurteile und Trennmauern aufgebaut haben, die uns vom Wesentlichen entfernt haben.

Durch diesen Dialog konnten wir die anderen Kirchen wiederentdecken, einander wieder schätzen lernen und vergeben und jene absurden und skandalösen Trennmauern und Vorurteile einreißen. Wir haben gelernt, zusammenzuarbeiten, ein gemeinsames Projekt zu unterstützen und es langfristig zu verwalten.

Die zunehmende Sichtbarkeit des Protestantismus
Die Kampagne hat uns gezwungen, auf die geistlichen Fragen und Bedürfnisse von Menschen einzugehen, die in Regionen leben, in denen es keine protestantischen Gemeinschaften gibt. Dazu mussten Zellen geschaffen werden. Diese Zellen können neue Gemeinschaften entstehen lassen.

Auch die Presse wurde angesprochen, wir organisierten Pressekonferenzen und veröffentlichten Zeitungsartikel. Neben der massiven Verteilung des bereits erwähnten Materials hat dies alles einem großen Personenkreis die Möglichkeit gegeben, die wichtigsten Elemente des Protestantismus und seiner Botschaft kennenzulernen und mit den Kirchen Kontakt aufzunehmen.

Die Kirche nimmt ihren Platz in der Stadt/Welt ein, sie verlässt ihre Mauern, stellt ihre Nützlichkeit unter Beweis und wird eine "Kirche für andere". Dadurch erfüllt sie ihre Sendung und entdeckt gleichzeitig ihren Daseinsgrund und ihre ureigenste Identität.

Qualitatives und quantitatives Wachstum
Unter qualitativem Wachstum verstehe ich, dass sich jedes Mitglied seiner Berufung und seiner Verpflichtungen bewusst wird. Eine solche Kampagne kann nicht nur von einigen wenigen getragen werden. Alle müssen sich daran beteiligen. Natürlich jede/r auf seine bzw. ihre Weise. Einige stellen ihre Zeit zur Verfügung, andere beteiligen sich mit Gebeten und wieder andere mit materieller Hilfe... Sie lernen, dass die Kirche von allen getragen wird und nicht nur von einer Hand voll "Spezialisten". Im Laufe der Zusammenarbeit wird vielen bewusst, wie inkompetent sie auf diesem oder jenem Gebiet sind. Daraus entsteht dann das Bedürfnis nach Ausbildung, was wiederum einen Reifeprozess in der Kirche fördert.

Unter quantitativem Wachstum verstehe ich eine Steigerung der Mitgliederzahlen in den bestehenden Kirchen oder sogar die Schaffung neuer Kirchen.

Durch dieses doppelte Wachstum heilt und befreit sich die Kirche von ihrer Nabelschau samt deren negativen und verknöchernden Auswirkungen wie auch von jenem theologischen Diskurs, der ausschliesslich nach innen und an die Adresse der "Eingeweihten" gerichtet ist. Der eigentliche Daseinsgrund der Kirche sind aber die, die sich außerhalb ihrer Mauern befinden!

Die Kirche stellt sich in Frage und wird in Frage gestellt
Wenn Menschen in die Gemeinschaft eintreten, die außerhalb der Kirche stehen und ohne religiösen Hintergrund sind, so kommen sie mit ihren Lasten, Fragen und Bedürfnissen. In diesem Fall darf sich die Kirche keinesfalls auf einen Diskurs beschränken, sondern sie muss so konkret wie möglich auf diese Menschen eingehen. Unser Glaube wird zur "Demonstration" der Verkündigung des Evangeliums, wenn Verkündigung einen Sinn haben soll. Daher muss die Kirche auch bereit sein, sich in Frage zu stellen, wenn ihr Handeln der heutigen Wirklichkeit nicht mehr entspricht. Sie muss sich umstrukturieren, sich erneuern. Sie wird schöpferisch.

In diesem Sinne muss sie beispielsweise in der Lage sein, Menschen zu unterstützen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt worden sind und die die Kirche um Hilfe bitten, sei es im sozialen, psychologischen, Ehe- oder Ausbildungsbereich. Die Kirche ist aufgerufen, die Liebe Gottes, die sie verkündet, auch zu zeigen.

Die Kirche wird wieder Zeugin für das Handeln Gottes
Wenn die Kirche auf die anderen zugeht und auf deren Bedürfnisse eingeht, dann wird sie sich auch sehr schnell ihrer Ohnmacht und ihrer Schwäche bewusst. In dieser Situation wendet sie sich Gott zu und ruft ihn um seine Macht und Hilfe an. So findet sie zu ihrer spirituellen Dimension zurück - jener Dimension, aus der Elia in der Geschichte von der Witwe von Zarpat seine Kraft schöpfte, oder Jesus am Grab des Lazarus oder Petrus oder Johannes, als sie dem Lahmen am Eingang zum Tempel begegneten.

In der Fürbitte und in der geistlichen Auseinandersetzung findet die Kirche ihre spirituelle Energie wieder. Dies eröffnet ihr neue Horizonte, und so wird sie wieder der Ort der unerwarteten Antworten, der Wunder und des Handelns Gottes.

Ja, die Kirche hat noch einen Platz in der Gesellschaft einzunehmen, einen Platz, den nur sie ausfüllen kann, denn durch die Kirche will Christus reden und handeln, damit seine Liebe im Leben unserer Mitmenschen sichtbar wird und sich ausbreitet.


NEU ANFANGEN - CHRISTEN LADEN EIN ZUM GESPRÄCH

Das nachstehende Beispiel berichtet über ein Missionsprojekt in Ostdeutschland. Der Beitrag wurde von Pfr. Hans Zinnow eingesandt, der Referent für Evangelisation in der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste in Berlin ist. Pfr. Zinnow hatte uns im Zusammenhang mit dem Artikel über die Lebendigkeit des evangelistischen Zeugnisses auf Kuba geschrieben (s. September-Ausgabe 1999). Wir haben seinen Brief auch in die Leserpost aufgenommen, weil er darin kurz auf den Kontext dieses Projekts eingeht.

Zuvor einige organisatorische Hinweise zu unserem missionarischen Projekt:

  • An Hand des Telefonbuches werden alle in einer Stadt oder in einer Region angerufen.
  • Die Angerufenen werden gefragt, ob sie kostenlos ein Taschenbuch haben möchten, in dem Christen aus dieser Stadt über ihren Glauben berichten.
  • Die Empfänger werden nach 14 Tagen erneut angerufen. Es wird die Einladung zu fünf Gesprächsrunden über Fragen des Lebens und des Glaubens ausgesprochen.
  • Mit einem Gottesdienst wird diese missionarische Aktion abgeschlossen.

    1. Laßt uns nicht weiterhin in der Öffentlichkeit über Geld und Stellenstreichungen reden
    Das sind Themen zum "Innerkirchlichen Dienstgebrauch!". Diese Probleme haben andere in noch viel größerem Ausmaß als wir.
    Laßt uns zu dem Auftrag zurückfinden, der uns von Jesus Christus gegeben ist, nämlich hinzugehen in alle Welt und Menschen im Namen Jesu in seine Nachfolge zu rufen.
    Laßt uns positiv vom Glauben an Gott sprechen.
    Es darf nicht sein, daß die ersten Gesprächspartner für die säkularisierten Menschen die Vertreter von Sekten sind.

    2. Geben wir den Menschen in unserem Land eine Chance
    Geben wir ihnen die Chance mit dem Glauben an Gott "neu anfangen" zu können.
    Geben wir Ihnen die Chance überhaupt einmal mit dem Glauben an Gott beginnen zu können.
    "Neu anfangen" heißt nicht "neu einfangen". Es geht darum, daß Christen zum Gespräch einladen.

    3. Geben wir unserer Kirche die Chance neu anzufangen
    Indem wir uns gemeinsam auf das Gespräch mit den Bürgern unserer Stadt einlassen, werden wir davon selbst einen großen Gewinn haben. Auch die Christen, die Mitarbeiter der Kirche, die Kirche selbst wird sich dabei verändern und "neu anfangen".

    4. Wir sagen: "Christen laden ein zum Gespräch!"
    Wollen wir das?
    Wollen wir das Wagnis eines Dialogs eingehen?
    Sind wir Gesprächsfähig oder müssen wir das erst einüben?
    Sind wir in der Lage unseren Glauben anderen gegenüber zu artikulieren?
    Werden wir davon reden, was unser Herz erfüllt oder scheuen wir uns davor?
    Öffnen wir uns und unsere Wohnungen für eine Begegnung?
    Sind wir einladend, so daß Fremde den Mut bekommen,

    5. "Neu anfangen" macht Arbeit, darum werden im Vorfeld viele Bedenken geäußert
    Sind es Bedenken oder sind es Ängste? Es heißt:
    Wir haben nicht genügend Menschen, die mitmachen werden.
    Uns fehlen die nötigen finanziellen Mittel.
    Wir haben keine Zeit, denn wir bewältigen nur mit Mühe die laufenden Aufgaben.

    6. "Neu anfangen - Christen laden ein zum Gespräch", gelingt:

  • wenn die Bereitschaft von allen vorhanden ist, sich darauf einzulassen.
  • wenn die Zusage zur ökumenischen Gemeinschaft gegeben wird.
  • wenn die bisherigen Aktivitäten der Gemeinden in das Projekt integriert werden.

    7. Worin besteht der Gewinn bei "neu anfangen"?
    In der ökumenischen Zusammenarbeit gewinnen die Mitarbeitenden neue Glaubens-erfahrungen.
    In der Begegnung mit fremden Menschen gewinnen die Beteiligten eine neue Gesprächs-fähigkeit.
    In der Region gewinnt die Kirche eine neue Akzeptanz, weil sie sich den aktuellen Fragen stellt.
    Das Tabu "Über den Glauben spricht man nicht!" wird gebrochen.

    8. "Neu anfangen" beginnt mit einer innerkirchlichen Kommunikation
    Der Start erfolgt mit der Verständigung über die Ziele der Aktion.
    Die gemeinsame Planung führt unterschiedliche Personen mit ihren Begabungen zusammen.
    Bevor der Schritt auf andere gewagt wird, beginnt die Schulung für die gemeinsamen Aufgaben.

    9. "Neu anfangen" nutzt die Medien für den Erfolg
    Presse, Funk und Fernsehen werden eingeschaltet.
    Ein oekumenischer Eröffnungsgottesdienst setzt ein Zeichen.
    Der Kontakt zu den Menschen in der Stadt wird über das Telefon hergestellt.
    Interessierten wird ein Taschenbuch überbracht, das Christen aus der Stadt geschrieben haben.
    Fünf Gesprächsabende werden angeboten.
    Ein oekumenischer Abschlußgottesdienst beendet das Projekt.
    Weiterführende Angebote sind für Interessierte Vorhanden.

    10. Am Anfang wird oft die Frage gestellt: Was bleibt?
    Nach getaner Arbeit werden wir die Früchte sehen können!
    Wer losläuft, wird ans Ziel kommen.
    Nur wer den Mut zum Start aufbringt, wird am Ende über das Ergebnis staunen können.

    Nach der Durchführung des Projektes wird immer wieder gesagt: "Wenn wir gewußt hätten wieviel Freude wir an 'neu anfangen' haben und wieviel Gewinn für uns alle daraus erwächst, hätten wir längst viel früher damit begonnen."


    ENGAGEMENT FÜR DIE SPIRITUELLE ERNEUERUNG IN GRIECHENLAND

    Im Februar besuchte ich das Erzbistum Athen, um mit zwei Personen zu sprechen, die sich aktiv für die Erneuerung des Glaubens unter nominellen orthodoxen Christen und insbesondere Jugendlichen einsetzen. Ich habe mich sehr gefreut, über dieses Thema mit Vater Antoine Kalligeris, dem Direktor des Jugendreferats des Erzbischofsamtes, und seinem Assistenten Manos Koumbarelis sprechen zu können. Der nachfolgende Artikel stützt sich auf dieses Gespräch.
    Ana Langerak

    Nachdem mich Vater Antoine Kalligeris, der Direktor, und sein junger Assistent Manos Koumbarelis in dem kleinen, einfachen Raum begrüßt haben, im dem das Jugendreferat der Erzdiözese untergebracht ist, setzen wir uns an einen Tisch. Vater Antoine, der eher wie ein Baseball-Spieler aussieht als ein kirchlicher Verantwortlicher, ist ein verheirateter Priester. Seine Frau und er haben drei Kinder. Der Grund, warum dieser Mann für diesen Posten ausgewählt wurde, springt sofort ins Auge: Vater Antoine hat große Erfahrung mit jungen Leuten, und er nimmt ihre Bedürfnisse ernst.

    "Wir stehen vor ungeheuren Herausforderungen", sagt er. "Wir könnten zwar sagen, dass sich 91% der Bevölkerung für Orthodoxe halten, aber die meisten von ihnen haben keinen lebendigen Glauben in ihrem Herzen. Wie in anderen Ländern auch vollzieht sich in Griechenland eine rasche Säkularisierung, und viele 'Götter' buhlen um die Aufmerksamkeit, besonders der jungen Menschen. Konsumrausch und Wirtschaftsmacht halten sie in ihrem Bann."

    "Vergegenwärtigen Sie sich daneben die überholten Strukturen in unserer Kirche", fährt er fort. "Unsere Gemeinden sind zu groß, zu unpersönlich. In Athen haben einige von ihnen bis zu 200 000 Mitglieder. Für eine geistliche Erneuerung brauchen wir kleinere Strukturen. Wir müssen die Leute ermutigen, in kleineren Gruppen zusammenzukommen."

    Manos führt das noch weiter aus. Dieser gut aussehende junge Mann, der als Assistent dem Direktor zuarbeitet, hat eine wichtige Funktion in der Arbeitsorganisation des Jugendreferates. "Wir stehen in Griechenland an einem Punkt, an dem die westeuropäischen Gesellschaften schon vor 30-40 Jahren angelangt waren. Die meisten Griechen sind zwar zufrieden, dass die Kirche 'da ist', aber im Grunde genommen ist ihnen das mehr und mehr egal. Oberster Lehrmeister ist jetzt das Fernsehen. Es hat die Schule ersetzt, und der institutionelle Unterricht - speziell im Blick auf Religion und Glauben - ist so unwichtig wie nie zuvor. Vielleicht ist das theologische Unwissen unsere größte Herausforderung."

    Während Telefone läuten und Computer knacken und summen kommen und gehen mehrere Besucher in diesem geschäftigen Büro. Mein Gastgeber erzählt mir von einer Umfrage, die sie unter den jungen Leuten im Land gemacht und wo sie diese gebeten haben, Dinge wie Frieden, Menschenrechte, Umweltschutz usw. in eine Werteskala einzuordnen. Überraschenderweise setzten 5% die Orthodoxie an oberste Stelle. "Das bedeutet", erklärt Vater Antoine, "dass 5% der jungen Leute zufrieden sind mit dem, was wir ihnen als Kirche bieten können. Es bedeutet aber auch, dass wir zwar für sie da sein sollten, uns aber eigentlich noch viel mehr um die restlichen 95% kümmern müssten."

    "Wie steht es mit dem Internet Café, das mit der Unterstützung von Erzbischof Christodoulos eröffnet wurde, und was ist mit seinem Vorschlag, die Liturgie zu verkürzen, damit sich die jungen Leute wohler damit fühlen?" frage ich und füge hinzu: "Gehört dies zu einem Plan oder zu einer Strategie?" (Mir ist klar, wie "westlich" meine Frage formuliert ist.) Manos lächelt. Als Präsident von Syndesmos, dem Weltbund orthodoxer Jugendorganisationen, ist er mit solchen Gedanken vertraut. "Nein, wir haben keine Strategie. Mehr noch, wir sind überhaupt nicht systematisch. Unser Kontext ist dabei, sich zu verändern, und wir versuchen, so gut wir können darauf einzugehen."

    Wenn sie einen systematischen Ansatz auch herunterspielen, so sind doch die bewussten Anstrengungen, die die griechische Erzdiözese zur spirituellen Erneuerung unternimmt, ziemlich deutlich. Allein das Jugendreferat ist schon ein Beispiel dafür. Mit dem Segen des Erzbischofs hat es ein ehrgeiziges Programm zur Wiederbelebung des Glaubens in der griechischen Erzdiözese aufgestellt, das u.a. Folgendes vorsieht: In jeder Gemeinde wird ein Priester für die Jugendarbeit bestimmt, diese "Jugendpriester" kommen regelmäßig zu Informationssitzungen zusammen, zweimal im Jahr werden Studententreffen veranstaltet und schließlich soll ein intensives Training von Katechisten gefördert werden (ca. 600 Personen, größtenteils unter 35 Jahren). In einem verwandten Projekt hat das Büro die Lehrerausgabe der Bücher für den Religionsunterricht überarbeitet, weil man der Ansicht war, dass es an religiösem Grundwissen fehle.

    Mit Hilfe von Statistiken aus dem Bericht des Jugendreferats vom vergangenen Jahr erklären mir Vater Antoine und Manos, wie wichtig es ist, dass die Kirche an so vielen Orten wie möglich Jugendzentren eröffnet. Wie der Name sagt, handelt es sich um einen zentralen Ort in einem kirchlichen oder anderen Gebäude, wo sich die jungen Leute aus einem Viertel treffen und zusammen mit anderen etwas Sinnvolles unternehmen können und wo sie konkrete Antworten auf soziale, bildungsbezogene, ästhetische und spirituelle Fragen finden können. Ich habe am Abend auf meiner Informationstour ein solches Zentrum besucht. Ehrenamtlich arbeitende Laien und Laiinnen bilden die Mehrzahl der Mitarbeiter/innen, und es sieht so aus, als funktioniere das außerordentlich gut. Da die jungen Leute so positiv auf Angebote wie Chorgesang, Handwerkskurse, Sport, Volkstanz und Ikonographie wie auch auf Nachhilfekurse in Naturwissenschaften, Mathematik und Sprachen reagieren, ist es natürlich klar, warum die Einrichtung von Jugendzentren einer der Schwerpunkte des Jugendreferats ist.

    Manos ist von einem Gespräch mit einem Besucher zurückgekommen und beschreibt, wie die Erzdiözese versucht, die Botschaft herüberzubringen, dass Gott und der Glaube im Grunde mit dem ganzen Leben zu tun haben. Hierfür werden sowohl traditionelle orthodoxe Praktiken als auch neue Konzepte herangezogen. Der Erzbischof segnet das Schuljahr, besucht einzelne Schulen, spricht bei besonderen Anlässen vor den Lehrern und spendet Bücher, um die Kluft zwischen dem Glauben, wie er in der Kirche gefeiert wird, und dem weltlichen Schulleben zu überbrücken. Daneben ermutigt das Jugendreferat die Gemeindepriester ausdrücklich, gute Beziehungen zu den Schullehrern aufzubauen und nur als Lehrer von Themen aufzutreten, über die sie Bescheid wissen. "Es ist wichtig, dass die jungen Leute sehen, dass wir uns um ihre Belange kümmern", sagt Manos.

    Das Gespräch wendet sich jetzt der Gesamtgesellschaft zu, und Vater Antoine und Manos weisen darauf hin, dass das Internet und die Einrichtung einer kirchlichen Webseite Wege sind, um an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Kirche bemüht sich auch um die Pflege guter Beziehungen zur Berufs-, akademischen und wissenschaftlichen Welt. Darüber hinaus hat sie an der Bildung von Theatergruppen teil und fördert sogar Leichtathletikwettbewerbe und Meisterschaften in der Hoffnung, dass sie die Werte des Evangeliums auch in diese Bereiche hineintragen kann. "Wir müssen allerdings darauf achten, dass wir nicht die normalen Sozialstrukturen ersetzen", meinen sie und erläutern das am Beispiel Sport. "Das Besondere an unserem Engagement im Sport ist, dass wir beispielsweise lehren, dass das Konzept des 'fair play' eine logische Konsequenz unserer Überzeugung ist, dass wir in jedem unserer Gegner und Mitspieler das Bild Gottes sehen."

    Mein Eindruck, dass die Rolle, die Erzbischof Christodoulos selbst spielt, maßgeblichen Anteil an den Bemühungen der Kirche hat, die Perspektiven des Evangeliums in der griechischen Gesellschaft zum Tragen zu bringen, wird von Vater Antoine und Manos bestätigt. "Er lässt sich häufig in der Öffentlichkeit sehen", sagen sie, "ist sehr populär und hat keine Scheu, seine Meinung zu Problemen zu äußern, die das Land betreffen." Manos informiert mich weiter, dass der Erzbischof sich öffentlich zur NATO- Intervention im ehemaligen Jugoslawien geäußert und auch seine Meinung zum Eintritt Griechenlands in die Europäische Union kundgetan hat. "Er ist ja kein Politiker, er kann es sich leisten, sich frei zu äußern. Die Intellektuellen kritisieren ihn, aber das Volk empfindet ihn als seinen Sprecher."

    Zum Mittagessen schließt sich uns Vater Antoines junge Nichte an, und ich lenke das Gespräch auf die persönlichen Dimensionen des Glaubens. In einem Kontext, in dem Moderne und Tradition sich so dynamisch überschneiden, kommt es häufig vor, dass die Menschen als Individuen den Glauben als etwas "Neues" entdecken oder wiederentdecken, so als stünden sie plötzlich vor einem wunderschönen Mosaik in einem alten Haus. "Das geschieht, wenn sie dem Authentischen begegnen", bemerkt der Priester. Manos sagt, dass den Leuten die (orthodoxe) Tradition gefällt, wenn sie authentisch ist, und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, dass manches, das als "Tradition" ausgegeben wird, nur Gewohnheiten sind, die kritisiert werden müssen.

    Ein Anliegen ist die Sprache, die in der Liturgie verwendet wird. Sie stammt aus dem 4. Jahrhundert, und niemand versteht sie heute mehr. Auf der anderen Seite gewinnt gerade die Tradition der "geistlichen Väter", d.h. Mönche, die Wegweisung erteilen und Beichten anhören, wieder an Popularität. Das scheint dem modernen Denken und Fühlen zu entsprechen, aber Vater Antoine und Manos fragen sich, was dieses neue Interesse an den "geistlichen Vätern" auf die Dauer zu bedeuten hat. "Wäre es nicht besser, ein Bewusstsein der persönlichen christlichen Verantwortung für andere zu entwickeln? Wenn wir es nämlich stattdessen in Zukunft mit einer individuellen Spiritualität und einer neuen Abhängigkeit zu tun haben, dann ist das nicht so gut."

    Bei Einbruch der Dunkelheit mache ich eine Besuchsrundfahrt: ein orthodoxes Symposium an der Universität, ein Jugendzentrum in einer Gemeinde und ein kirchlicher Rundfunksender. Staub und Lärm in Athen ebben langsam ab, als ich in mein Hotel zurückkehre, den Kopf voll mit Eindrücken. Was ich über die Vertiefung des Glaubens gehört und gesehen hatte, war ein faszinierendes Nebeneinander von Altem und Modernem, Traditionellem und Innovativem, von Enthusiastischem und Gedämpftem. Arbeit im Dienst der geistlichen Erneuerung im modernen Griechenland, wie sie vom Jugendreferat der Erzdiözese geleistet wird, ist weder sensationell noch unbedeutend. Es gehört Vision dazu, harte Arbeit und feste Treue in Erfüllung der Mission Gottes. Hatte Manos nicht gesagt: "Wir sind hier nicht angetreten, um die Welt zu retten. Alles, was wir tun, ist getreu unserem Glauben auf das zu reagieren, was geschieht"?


    LESERBRIEFE

    Mabuhay von den Philippinen! Ich arbeite im Schulaussschuss der Unabhängigen Philippinischen Kirche mit und bin Missionarin in Siayan, Zamboanga del Norte. Der Ökumenische Brief hilft uns ganz gewiß dabei, die Werte des Evangeliums zu erkennen und Zeugnis davon abzulegen. Diese gemeinsame Mission mit Gott verdient mehr Unterstützung und Macht!

    Pfrin. Perla Cajote
    Siayan, Philippinen



    Der Artikel "Christus verkündigen ist nicht einfach" von Noël Villalba hat mich sehr berührt. Er hat mich an eine ähnlich Situation erinnert, deren Zeuge ich war, als ich in Sambia von Serenje nach Kabwe unterwegs war. Viele meiner Mitreisenden hörten dem Prediger anfangs interessiert zu, schenkten ihm dann aber keine Beachtung mehr, weil er angefangen hatte, Ungläubige zu beschimpfen.

    Clen Penjani Ngandu
    Serenje, Sambia



    Der Bericht aus Kuba hat mich tief berührt. Da ich die DDR vom ersten bis zum letzten Tag erlebt habe, kann ich etwas nachempfinden, wie es den Christen in Kuba ergangen ist. Frau Méndez berichtet, dass auch Dr. Fidel Castro bei einem Gottesdienst zugegen war. Ich stelle mir nachträglich vor, wenn Erich Honecker zu einem Kirchentag gekommen wäre. (...) Im vereinigten Deutschland müssen wir mit Betroffenheit feststellen, dass der Kapitalismus die Menschen noch mehr in den Bann zieht. Das Geld fasziniert die Menschen so mächtig, dass viele auf Gott und die Kirche verzichten, obwohl es doch nun völlig ungefährlich ist, den Glauben öffentlich zu zeigen. (...) Möchten Sie mehr über unser missionarisches Projekt "Neu anfangen - Christen laden ein zum Gespräch" erfahren?

    Pfr. Hans Zinnow
    Berlin, Deutschland



    Ihre letztjährige September-Ausgabe mit den Artikeln aus Kuba hat mich sehr interessiert. Ich war vier Mal in Kuba und habe dort verschiedene Posten bei den Christlichen Reformierten Kirchen innegehabt. Ich habe auch für unsere eigene kirchliche Presse Artikel über Kuba geschrieben. Besonders hat mir die Offenheit der Autorin gefallen - zumindest kann ich sagen, dass ich ihrer Sicht der Dinge zustimme.

    Pfr. Jim Dekker
    Thunder Bay, Kanada



    Ich habe soeben Ihren Traum von der Evangelisation im neuen Jahrtausend gelesen und bin beeindruckt, wie phantasievoll und realistisch zugleich er ist. Da möchte man fragen: "Warum nicht?", und für alle angesprochenen Möglichkeiten arbeiten und beten.

    Birgitta Amweg
    Stockholm, Schweden



    Ich möchte Ihnen mitteilen, wie unendlich dankbar ich für die Januar-Ausgabe 2000 Ihres Briefes über Evangelisation war. Eine derart inspirierende Vision zu diesem Thema habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Ein echtes Geschenk. Ich würde sehr gerne (natürlich mit Quellenangabe) Auszüge daraus in einer der künftigen Ausgaben von Connections nachdrucken und den vollen Wortlaut an unsere regionalen Foren weiterleiten.

    Simon Barrow
    London, Grossbritannien

    Hinweis der Herausgeberin: Simon Barrow ist der neue Sekretär der Kirchlichen Missionskommission der Gemeinschaft der Kirchen in Großbritannien und Irland.

    HINWEIS FÜR UNSERE LESER UND LESERINNEN:

    Der Evangelisationsbrief kann unter der Voraus-setzung, dass die Quelle angegeben wird, abgedruckt oder zitiert werden.

    Über Ihre Reaktionen und Stellungnahmen freuen wir uns und werden sie gegebenenfalls in der Rubrik "Leserpost" abdrucken. Wenn Sie damit einverstanden sind, dass unsere Leser und Leserinnen sich direkt an Sie wenden, sollten Sie uns Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung Ihrer Adresse im Brief mitteilen.

    Sie können zur Verbreitung und Wirkung des Ökumenischen Briefes über Evangelisation beitragen, indem Sie ihn an potentiell interessierte Personen, Organisationen und Einrichtungen in Ihrer Kirche oder Ihrem Land weiterempfehlen. Teilen Sie uns bitte auch Adressenänderungen mit, damit wir unsere Liste auf dem neuesten Stand halten können.

    Wenn Sie eine Geschichte, Artikel, Berichte oder andere nützliche Materialien zum Thema Evangeli-sation haben, die sich für eine Veröffentlichung eignen, so ermutigen wir Sie, sie uns zur Ansicht und/oder Information zuzusenden.

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