| STIMMEN UND VISIONEN VON FRAUEN: KIRCHESEIN
Wie können die Perspektiven der Frauen zum Kirchesein, die während der Ökumenischen Dekade Kirchen in Solidarität mit den Frauen (1988-1998) deutlich geworden sind, den Kirchen nahe gebracht werden? Wie können die Kirchen dazu gebracht werden, diese Perspektiven ernst zu nehmen und die tiefe Sehnsucht der Frauen nach Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Solidarität aufzugreifen? Mit der neuen Studie mit dem Titel "Kirchesein: Stimmen und Visionen von Frauen", die Reflexion mit Aktion verbindet, wird genau dies erreicht.
Die neue Studie untersucht mit Hilfe von Frauen und Männern in der ganzen Welt folgende Fragen aufgreifen:
was es bedeutet, von Gott berufen zu sein, in der Welt und für die Welt zu leben?
welche Formen von Spiritualität können das Leben der Kirche als Gemeinschaft stärken können
wie das Amt der ganzen Kirche so erneuert werden kann, dass die Gabe des Dienens, die Gott Männern und Frauen gleichermaßen geschenkt hat, einbezogen wird?
Welche Strukturen würden der Kirche helfen, ihre Aufgabe des Zeugnisses und des Dienstes in der Welt besser und in größerem Glaubensgehorsam zu erfüllen?
Die Studie untersucht, was Kirchesein - früher und heute - für Frauen bedeutet, indem sie:
Frauen ermutigt, die lebenspendenden Aspekte ihrer Gemeinschaften des Glaubens und des Kämpfens zu beschreiben;
die Frage stellt, ob, wie und wann die Kirche hilft, den durch Gewalt und Ausgrenzung entstehenden Schmerz der Frauen zu heilen;
die Vorstellungen, die Frauen von der Kirche der Zukunft haben, aufgreift;
Fälle dokumentiert, wo Frauen bereits heute neue Formen des gemeinsamen Christseins leben, und die Frage stellt, was dies über die Kirche der Zukunft aussagt;
die Einsichten und Erfahrungen von Frauen mit Kirchesein theologisch reflektiert.
Die Studie klärt in aller Offenheit Positionen, die sich aus dem gegenseitigem Zuhören und Befragen ergeben, ohne voreilig spezifische Positionen und Vorschläge zu übernehmen. Sie wird in Zusammenarbeit mit anderen ÖRK-Programmen durchgeführt.
Themen für theologische Forschung und Reflexion
1. Alte und neue kirchliche Metaphern und Modelle
Auslegung der kirchlichen Metaphern in Schrift und Tradition aus der Perspektive der Frauen; Frage nach der Bedeutung des grundlegenden Verständnisses von der Kirche als koinonia; Nachdenken über Bilder, die aus Glaubens- und Aktionsgemeinschaften von Frauen hervorgegangen sind.
2. Wort, Sakrament und Liturgie
Untersuchung, ob und wie traditionelle Formen des Verständnisses von Wort, Sakrament und Liturgie Frauen und ihre Erfahrungen ausschließen, ob Frauen Wort und Sakrament frauenspezifisch erleben und auslegen und welche Rolle das Ritual in Glaubens- und Aktionsgemeinschaften von Frauen spielt.
3. Gemeinschaft, Vielfalt und Gerechtigkeit
Untersuchung der Perspektiven von Frauen zu den Bemühungen um Einheit und ihrer Erkenntnisse zu Identität, Vielfalt und Gemeinschaft; Nachdenken über Möglichkeiten der Überwindung von Gewalt und anderen Formen von Ungerechtigkeit.
4. Partnerschaft und Machtausübung
Untersuchung, wie und von wem heute Macht und Autorität in den Kirchen ausgeübt werden und wie Frauen auf den verschiedenen Ebenen kirchlichen Lebens vertreten sind; Erörterung verschiedener Modelle von Partnerschaft und Integration.
Wie Sie sich an der Studie beteiligen können:
Wir würden uns freuen, wenn Sie - als einzelne Frau, als Frauengruppe oder als Gruppe von Frauen und Männern - über folgende Fragen nachdenken würden:
- Wo und wie schenkt die Kirche Ihnen Kraft und Heilung? Wie tragen Sie zum kirchlichen Leben bei? Wo und wie wird Ihre Mitwirkung in der Kirche behindert? Welche Veränderungen im kirchlichen Leben werden die Lage der Frauen verbessern? Wie kann die Kirche in ihrer Verkündigung des Evangeliums stärker auf die Bedürfnisse von Frauen und Männern und auf Schöpfungsanliegen eingehen?
- Wo finden Sie Ihre Quelle der Kraft und Spiritualität, wenn nicht in der Kirche?
Bitte senden Sie Ihre Antworten an:
Frauenreferat
Team für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung
Ökumenischer Rat der Kirchen
E-Mail WCC Contact
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NACH DER ÖKUMENISCHEN DEKADE KIRCHEN IN SOLIDARITÄT MIT DEN FRAUEN
eine Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001-2010
Die Gewalt gegen Frauen geht weiter!
Deshalb ist es für Wirkung und Wirksamkeit der Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001-2010 (DOV)von entscheidender Bedeutung, dass die Stimme der Frauen gehört wird. Das Frauenprogramm trägt in folgender Weise zur DOV bei:

Das Dossier "Streams of grace" ("Ströme der Gnade"), das von einem mit dem ÖRK verbundenen Netzwerk von theologischen Lehrerinnen zum Thema Gewalt gegen Frauen (siehe unten) erarbeitet wurde, hebt Beispiele aus allen Materialien hervor, die sie vom ÖRK bekommen haben, um der Welt zu sagen, dass die Kirchen, christlichen Gemeinschaften und auch andere sich entschlossen und mit Überzeugung für die Überwindung von Gewalt gegen Frauen und Kinder einsetzen.
Auf den Flügeln einer Taube
Eine weltweite Kampagne zur Überwindung der Gewalt gegen
Frauen und Kinder (25. November - 10. Dezember 2004)
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Solidaritätsbesuche "von Frau zu Frau" bei Frauen und Kindern in Konfliktsituationen. 1999 wurden solche Besuche in Osttimor und Indonesien durchgeführt. Im Jahr 2000 haben zwei Teams Liberia und Sierra Leone besucht. Zweck dieser gemeinsam vom ÖRK, dem Weltbund der CVJF und dem Frauenreferat des LBW organisierten Besuchs war es u.a.:
die Gewalt, die Frauen angetan wird, mit deren eigenen Worten zu beschreiben und sie der internationalen Gemeinschaft zu Gehör zu bringen;
Frauen und Kindern in Konfliktsituationen die Solidarität und Hilfe der internationalen Gemeinschaft anzubieten.
Frauen aus Konfliktsituationen trafen vom 16.-20. März 2002 in Genf zu Dialog und gegenseitiger Unterstützung zusammen. Die Konsultation "Frieden in Gerechtigkeit: Frauen ergreifen das Wort" war eine gemeinsame Veranstaltung des ÖRK-Frauenprogramms, des Lutherischen Weltbundes (LWB), des Reformierten Weltbundes (RWB) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Zusammenarbeit mit örtlichen und regionalen Frauennetzen.
Hier die BOTSCHAFT FÜR FRIEDEN IN GERECHTIGKEIT zum Anklicken.
Ein Netzwerk von Religionslehrerinnen und Theologiedozentinnen, das sich auf Gewalt gegen Frauen konzentriert, ist im Aufbau begriffen.
Eine im Entwurf vorliegende Erklärung zu Verpflichtungen und Strategien zur Überwindung von Gewalt gegen Frauen wird die Kirchen zur Verwirklichung konkreter Maßnahmen bis zur nächsten ÖRK-Vollversammlung im Jahre 2005 aufrufen. Bis 2002 wird ein Dossier, das als Begleitmaterial zur Erklärung dienen und Beispiele positiven Verhaltens von Kirchen in verschiedenen Regionen aufzeigen soll, ist in Vorbereitung.
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