Interreligiöse Beziehungen & Dialog
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Arbeit
des Teams Das Team für interreligiöse Beziehungen fördert den Kontakt zwischen Christen und Menschen anderen Glaubens, und zwar vorwiegend durch multilateralen und bilateralen Dialog mit andersgläubigen Partnern. Dieser Dialog soll Vertrauen schaffen, gemeinsame Herausforderungen aufgreifen sowie strittige und spaltende Fragen zur Sprache bringen. Ein zunehmend wichtiger Aspekt der Arbeit des Teams ist es, die Haupttendenzen des religiösen, geistigen und politischen Lebens verschiedener Glaubensgemeinschaften zu interpretieren und sich mit der Zukunft der Religion und interreligiöser Beziehungen zu befassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit anderen ÖRK-Programmteams bemüht sich das Team für interreligiöse Beziehungen, das Nachdenken über religiöse Pluralität und ihre Bedeutung für die Identität und das Zeugnis der Christen anzuregen. Ausserdem untersucht es Fragen im Zusammenhang mit Urvölkerreligionen, traditionellen Spiritualitäten und neuen religiösen Bewegungen. |
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Die wichtigste Methode bei der ÖRK-Arbeit im Bereich der interreligiösen Beziehungen ist nach wie vor der Dialog. In den letzten Jahren organisierte der Rat eine Reihe von hinduistisch-christlichen, christlich-muslimischen, buddhistisch-christlichen und jüdisch-christlichen Dialogen auf internationaler und regionaler Ebene. Texte über die bei diesen Gesprächen erzielten Fortschritte sowie Artikel über Bemühungen auf der Ortsebene werden im zweimal jährlich erscheinenden Current Dialogue veröffentlicht. Der ÖRK gab ferner ein Studienbuch mit dem Titel Keiner glaubt für sich allein heraus, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde und von Kirchen in aller Welt benutzt wird. Das Team hat gegenwärtig folgende Arbeitsschwerpunkte:
Geschichtlicher Rückblick Dieses grundlegende Verständnis von Gottes unmittelbarem Zugang zu allen Menschen ist ein Widerhall der in den hebräischen Schriften aufgezeichneten Worte des Propheten Maleachi: "Denn vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist mein Name herrlich unter den Heiden, und an allen Orten wird meinem Namen geopfert und ein reines Opfer dargebracht, denn mein Name ist herrlich unter den Heiden, spricht der Herr Zebaoth" (Mal. 1,11). In der modernen ökumenischen Bewegung bemüht man sich inmitten zahlreicher Religionen und Kulturen, den Gehorsam gegenüber dem Evangelium in diesem Sinne zu verstehen und zu leben. Früher wurde dieses Anliegen aus der Perspektive von Mission und Evangelisation verfolgt, und zwar zuerst auf der Weltmissionskonferenz in Edinburgh (1910), dann durch den Internationalen Missionsrat und in neuerer Zeit im ÖRK durch die Kommission für Weltmission und Evangelisation. 1971 wurde im ÖRK eine Untereinheit eingerichtet, die den Dialog zwischen Menschen verschiedener Religionen fördern sollte. Ein Meilenstein dieser Entwicklung war 1977 die Tagung in Chiang Mai (Thailand), wo eine Gruppe von Christen vieler verschiedener kirchlicher Traditionen die Leitlinien zum Dialog ausarbeitete. Diese Leitlinien dienen als Grundlage für interreligiöse Dialoge, die der ÖRK und zahlreiche Kirchen in aller Welt organisieren. Dreissigjährige Erfahrung interreligiöser Dialog im ÖRK haben ein Dokument mit dem Titel "Ökumenische Erwägungen zum Dialog und zu den Beziehungen mit Menschen anderer Religionen " hervorgebracht. Das Dokument wurde vom ÖRK Zentralausschuss 2002 erhalten. Gegenwärtiger Kontext Viele Dialogteilnehmer haben feststellen können, wie ihre Glaubensüberzeugungen durch die Beobachtung neuer Dimensionen religiösen Lebens herausgefordert und vertieft worden sind, und sie haben den Eindruck, dass ihnen interreligiöse Begegnungen neue Impulse für ihre theologische Arbeit und ihre geistliche Praxis geben. Gemeinschaften im Dialog setzen in der Gesellschaft vieles in Bewegung und können zum Abbau religiöser Schranken führen. Wir befinden uns heute in einer entscheidenden Phase, in der die christliche theologische Tradition sich sehr ernsthaft auf die Erfahrungen all jener einlassen muss, die seit Jahrhunderten in religiös pluralen Gesellschaften leben, und auch auf die Überzeugungen jener, die durch die zunehmende Vielfalt ihres religiösen Umfeldes neue Impulse erfahren. Unsere Dialogerfahrungen zeigen mit aller Deutlichkeit, dass wir viele der "klassischen" theologischen Prämissen und Überzeugungen des Christentums mit den Realitäten der heutigen Zeit konfrontieren und auf sie einstellen müssen. Arten des Dialogs Es gibt drei Arten organisierten Dialogs. Die gängigste ist der multilaterale oder der bilaterale Dialog, bei dem repräsentative Gruppen Fragen diskutieren, die für die betreffenden Gemeinschaften wichtig sind. Das Verhältnis der Religion zur Familie, zur Bildung, zum Staat usw. ist eines der Themen, das in den letzten Jahren Gegenstand christlich-muslimischer Gespräche war, die vom ÖRK gefördert wurden (bilateraler Dialog). Ein multilateraler Dialog in Indien befasste sich mit dem Thema "Religiöse Identität in einer multireligiösen Gesellschaft"; dabei ging es vor allem um das Problem zunehmender Gewalt zwischen religiös orientierten Gruppen in Indien. Solche Dialoge können nicht nur Meinungsverschiedenheiten klären, sondern sollen auch zur Vertrauensbildung und zur Öffnung im Verhältnis zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften beitragen. Die zweite Art organisierten Dialogs könnte als akademischer Dialog bezeichnet werden. Hier treffen führende Persönlichkeiten verschiedener Religionen zusammen, um die theologisch-philosophischen Grundlagen ihrer Traditionen zu erörtern und zu versuchen, zu einer gemeinsamen Einschätzung der Art und Weise zu gelangen, wie jede religiöse Tradition die Wirklichkeit erklärt und wie sie mit ihr umgeht. Diese Dialoge können zum Abbau von jahrhundertealten Vorurteilen und Missverständnissen beitragen. Sie bereichern, erweitern, befragen und berichtigen die Art, wie manche Religionen das religiöse Leben in anderen Traditionen bislang verstanden und wie sie sich dazu verhalten haben. Eine dritte Form des Dialogs kann als spiritueller Dialog bezeichnet werden. Hier versuchen die Gläubigen, einander "im tiefsten Innern des Herzens" zu begegnen, indem sie eintauchen in die Spiritualität und das Gottesdienstleben des anderen. Häufig nehmen solche Dialoge die Form der Teilhabe am Gebet oder der Meditation des anderen an. Diese Art des Dialogs ist nach wie vor umstritten, weil die Christen sich nicht darüber einig sind, ob es möglich ist, am geistlichen Leben ihrer Nächsten teilzuhaben, ohne ihren Glauben in Gefahr zu bringen. |
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Das Team für interreligiöse Beziehungen fördert Kontakte zwischen Christen und Menschen anderen Glaubens, analysiert und beobachtet die Rolle der Religion in der Gesellschaft und fördert theologische Reflexion über religiöse Pluralität. Mitglieder des Teams: Tarek Mitri ist Programmreferent für den christlich-muslimischen Dialog; Hans Ucko ist Programmreferent für jüdisch-christliche Beziehungen und koordiniert hinduistisch-christliche sowie buddhistisch-christliche Beziehungen; Yvette MilosevicYvette Milosevic ist Verwaltungsangestellte. |
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