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4. Oktober 2001

Dekade-Festival in Tansania: die Herausforderungen nach den Terroranschlägen vom 11. September


Die Terroranschläge vom 11. September haben sich auf das Programm eines Festivals ausgewirkt, das vom 6.-10. Oktober 2001 im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt in Moshi, Tansania, stattfinden wird. Laut Deenabandhu Manchala, dem Koordinator der Dekade, wird sich das Dekade-Fest ival in Moshi, das "inmitten von Kriegsgeschrei stattfindet, auf die Anliegen konzentrieren (müssen), die sich aus den Geschehnissen in New York und Washington ergeben."

"Die Terroranschläge machen eine Diskussion darüber unumgänglich, inwiefern die Sicherheit des Nordens zu einem globalen Anliegen gemacht worden ist. Angesichts der Vermächtnisse des vergangenen Jahrtausends müssen wir die Implikationen auch aus der Perspektive des Südens interpretieren", erklärt Manchala.

Unter Hinweis darauf "dass die Kirchen eine politische und prophetische Rolle zu spielen haben in Situationen, in denen die Staatspolitik unermessliches Leid und Tod über viele unschuldige Menschen bringt", ruft der Dekade-Koordinator die Kirchen auf, "sich für gewaltlose Wege zu entscheiden, um Sicherheit und Frieden zu gewährleisten".

Mehr als 100 Teilnehmende aus aller Welt und aus örtlichen Gemeinschaften werden zum Dekade-Festival in Moshi erwartet. Das Thema lautet "Ondoa Ukatili: Eine Kultur des Friedens in Gerechtigkeit pflegen". Ondoa Ukatili ist Suahelisch und bedeutet Gewalt beenden.

"Bei dem Festival sollen Erfahrungen und Hoffnungen ausgetauscht werden im Blick auf die Bewahrung von Gerechtigkeit und Frieden in einer Welt, in der eine Kultur der Gewalt vorherrscht. Ondoa Ukatili wird darüber hinaus Gelegenheit bieten, den Dialog mit afrikanischen Kulturen und Erfahrungen zu eröffnen ", sagt Manchala.

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Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001-2010)

Auf der Achten ÖRK-Vollversammlung in Harare, Simbabwe, riefen die Delegierten aus den mehr als 300 ÖRK-Mitgliedskirchen die Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV) ins Leben. Die Vollversammlung erklärte, der ÖRK solle in Fragen der Gewaltlosigkeit und Versöhnung "strategisch mit den Kirchen zusammenarbeiten, um eine Kultur der Gewaltlosigkeit zu schaffen". Die Dekade, die im Februar 2001 weltweit ausgerufen wurde, wird auf den Initiativen aufbauen, die bereits weltweit existieren und ein Forum bieten, auf dem Erfahrungen ausgetauscht und Beziehungen hergestellt werden, um voneinander zu lernen.


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