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25. August 2000

Millenniums-Friedensgipfel religiöser und spiritueller Persönlichkeiten

ÖRK-Generalsekretär Konrad Raiser begrüsst Kofi Annans Bemühungen, die Zivilgesellschaft enger in die UN-Arbeit einzubeziehen



Konrad Raiser, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), wird vor der internationalen Versammlung religiöser und spiritueller Persönlichkeiten sprechen, die am 28. August am Sitz der Vereinten Nationen (UN) in New York eröffnet wird. Raiser wird von Hans Ucko begleitet, der als Referent im ÖRK-Team für interreligiöse Beziehungen und Dialog arbeitet. Auf Einladung der UNO werden auch einige Vertreter und Vertreterinnen von ÖRK-Mitgliedskirchen teilnehmen.

Zu diesem Millenniums-Friedensgipfel religiöser und spiritueller Persönlichkeiten, der ersten solchen Veranstaltung am Sitz der UNO, werden rund 1000 Vertreter und Vertreterinnen der grossen Religionen und spirituellen Bewegungen erwartet. Dem Friedensgipfel schliesst sich die Eröffnung der diesjährigen UN-Generalversammlung - der Millenniums-Generalversammlung -- an sowie vom 6. bis 8. September die Milleniums-Versammlung der Staats- und Regierungschefs.

Raiser, der einer Einladung von UN-Generalsekretär Kofi Annan folgt, begrüsste derartige Bemühungen, die breiten Schichten der Zivilgesellschaft in die Arbeit der UNO einzubeziehen. Der Gipfel selbst könne als "ein weiterer Schritt" bei der notwendigen Aufgabe helfen, die Rolle der Zivilgesellschaft in einer neuen Weltordnung näher zu bestimmen. Der ÖRK arbeite seit Jahren mit der UNO zusammen, unterstütze deren Grundwerte und Ziele und nehme sein Mandat wahr, die gemeinsamen Interessen der ÖRK-Mitgliedskirchen dort zu vertreten, erklärte Raiser.

In den letzten Jahren hätten die internationale Wirtschaft und Politik wieder Interesse an der Meinung von Religionsführern erkennen lassen und der UN-Generalsekretär bemühe sich jetzt um eine ähnliche "moralisch-spirituelle Begleitung," meinte Raiser. "Ausgehend von meinen Gesprächen mit ihm habe ich den Eindruck, er erkennt intuitiv, dass eine bestandfähige Weltordnung auf ein breiteres Fundament gestellt werden muss, als es die Nationalstaaten bilden können."

In dem Entwurf einer Erklärung mit dem Titel "Engagement für den Weltfrieden", die den Religionsführern zur Annahme vorgelegt werden soll, heisst es, dass sie sich verpflichten, "auf internationaler, regionaler und lokaler Ebene mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, um den Frieden in allen seinen Dimensionen zu verwirklichen". Das Dokument würde sie darüber hinaus verpflichten, im Umgang mit Gewalt, ethnischen Konflikten, Armut, Umweltzerstörung und Technologien, die "den Geist des Menschen erniedrigen", einem erneuerten spirituellen Engagement Geltung zu verschaffen. Raiser begrüsste das Dokument und erklärte, es reflektiere das Engagement des ÖRK.

Die Veranstalter des Friedensgipfels wollen zudem die Einrichtung eines Internationalen Beirats religiöser und spiritueller Führungspersönlichkeiten vorschlagen, der permanent mit der UNO zusammenarbeiten könnte.


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