
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Gemeinsames Wort zu den Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten von Amerika
"Die Welt steht unter Schock. Der Mensch hat eine Fähigkeit zum Bösen,
die uns erschauern lässt.
Unser Mitgefühl gilt allen, die zum Opfer dieser bisher unvorstellbaren,
menschenverachtenden Gewalt geworden sind. Wir teilen die Trauer und den
Schmerz des amerikanischen Volkes.
Die Bedrohung durch den Terrorismus ist seit langem zu einem der größten
Gefährdungen des Friedens geworden. Das verlangt von den Staaten der
Welt entschlossenes, aber auch nüchternes Handeln. Gefühle der
Vergeltung und Rache sind keine guten Ratgeber. Für uns Christen sind
die schrecklichen Geschehnisse nicht nur ein Grund zum Handeln. Sie
machen für uns das Gebet umso nötiger. Vor Gott sprechen wir miteinander
unseren Schmerz, unsere Verzweiflung und unsere Angst aus. Von Gott
erbitten wir Weisheit und Beistand in dieser Zeit der Ratlosigkeit.
Überall fanden bereits gestern ökumenische Gebete und Gottesdienste
statt. Wir bitten alle Mitchristen in unserem Land, persönlich und im
Gottesdienst für den Frieden in der Welt zu beten.
Die Feierlichkeiten aus Anlass des 65. Geburtstages des Vorsitzenden des
Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland am kommenden Freitag
werden abgesagt. Statt dessen werden wir uns zu einem Ökumenischen Friedens- und Gedenkgottesdienst am Freitag, 14. September 2001, 12.00 Uhr in der Johanneskirche
Martin-Luther-Platz 39, 40212 Düsseldorf versammeln.
Wir laden die Gemeinden ein, unser Beten durch das Geläut der Glocken
und durch eigene Gottesdienste zu begleiten.
Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Kock
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofs-konferenz, Karl Kardinal Lehmann"